Der Mittelalter Umhang – Ein Kleidungsstück mit Geschichte
Ein Mittelalter Umhang war nicht nur ein praktischer Schutz vor Wind und Wetter, sondern auch ein Statussymbol. Ob einfacher Bauer oder angesehener Ritter – jeder trug eine Variante dieses Gewandes. Doch was macht ihn so besonders? Und warum fasziniert er uns heute noch?
Ursprung und Bedeutung
Bereits im frühen Mittelalter waren Umhänge fester Bestandteil der Kleidung. Sie dienten nicht nur als Wärmespender, sondern signalisierten auch Rang und Zugehörigkeit. Während einfache Leute meist schlichte, wollene Umhänge trugen, waren die Gewänder des Adels oft reich verziert. Besonders edel wirkten Varianten aus feinem Stoff, bestickt mit Wappen oder Symbolen. Der Umhang war nicht nur ein Zeichen für Wohlstand, sondern oft auch ein Ausdruck der politischen oder religiösen Gesinnung des Trägers.
Materialien und Herstellung
Die Wahl des Materials war entscheidend. Wolle bot eine hervorragende Isolation, während Leinen im Sommer angenehme Kühle spendete. Hochrangige Persönlichkeiten konnten sich zudem Seide oder mit Pelz besetzte Varianten leisten. Gefärbte Stoffe waren teurer, da natürliche Farbstoffe aufwendig hergestellt wurden. Indigo für Blau, Krapp für Rot oder Safran für Gelb waren gängige Farbstoffe, die je nach Verfügbarkeit und Kosten unterschiedlich genutzt wurden. Ein hochwertiger Umhang konnte oft über Generationen weitergegeben werden und wurde sorgfältig gepflegt.
Verschlussmöglichkeiten und Varianten
Ein Mittelalter Umhang konnte auf verschiedene Weise geschlossen werden. Fibeln oder einfache Knoten hielten ihn an Ort und Stelle. Besonders bekannt ist der halbkreisförmige Mantel, der über einer Schulter mit einer Fibel befestigt wurde. Alternativ gab es bodenlange Varianten mit Kapuze, die zusätzlichen Schutz boten. In manchen Regionen wurden Umhänge auch mit ledernen Schnüren oder aufwendig gearbeiteten Metallspangen geschlossen. Besonders kunstvoll gestaltete Verschlüsse waren oft Ausdruck des sozialen Status.
Verwendung im Alltag und auf Reisen
Im mittelalterlichen Alltag war ein Umhang unverzichtbar. Bauern nutzten ihn bei der Feldarbeit, Adelige trugen ihn als Zeichen ihres Standes. Auch auf Reisen war er von großem Nutzen. Er diente als Decke, Regenschutz oder sogar als improvisiertes Zelt. Reisende, ob Händler, Pilger oder Krieger, schätzten die Vielseitigkeit eines gut gefertigten Mantels. Oft wurden in eingenähten Taschen oder gefalteten Stofflagen kleine Wertgegenstände oder Reiseutensilien versteckt.
Farben und Symbolik
Farben spielten eine große Rolle. Während einfache Leute meist braune oder graue Stoffe trugen, waren Adelige in kräftigem Blau, Rot oder Grün gekleidet. Besonders Purpur war dem Hochadel vorbehalten, da die Herstellung extrem teuer war. In kirchlichen Kreisen hatte die Farbwahl oft religiöse Bedeutung – weiße oder goldene Umhänge standen für Reinheit und Heiligkeit, während tiefschwarze Mäntel in bestimmten Orden Demut symbolisierten.
Der Umhang als Schutz und Rüstungsergänzung
Neben seinem Nutzen als Kleidung diente der Umhang auch als zusätzliche Schutzschicht. Ein dicker Wollumhang konnte Stöße abdämpfen und war im Kampf nicht selten ein taktisches Element, um Gegner zu verwirren oder sich vor Pfeilen zu schützen. Manche Ritter trugen Umhänge über ihren Rüstungen, bestickt mit Wappen und Farben ihres Hauses, um sich auf dem Schlachtfeld von Verbündeten unterscheiden zu können.
Mittelalter Umhang als Modeelement
Mit der Zeit entwickelte sich der Umhang weiter. In der Spätgotik wurden Schnitte raffinierter, Verzierungen aufwendiger. Während der Renaissance verlor das Kleidungsstück langsam an Bedeutung, blieb aber in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen erhalten. Vor allem an königlichen Höfen wurden lange, elegante Mäntel getragen, oft mit kostbaren Stickereien und Goldfäden versehen. Auch in der Kunst und Literatur dieser Zeit spielte der Umhang eine Rolle – oft als Symbol für Macht, Würde oder Geheimnis.
Der Mittelalter Umhang heute
Ob bei Mittelaltermärkten, Reenactment-Veranstaltungen oder Fantasy-Events – der Umhang hat seinen festen Platz. Viele greifen auf historische Vorlagen zurück, um authentische Gewänder zu tragen. Auch in Film und Fernsehen prägt er das Bild vergangener Epochen. Besonders in Fantasy- und Historienfilmen ist der Umhang nicht wegzudenken – er verleiht Helden eine mystische Aura und unterstreicht die Dramatik der Szenerie.
DIY – Einen eigenen Umhang herstellen
Wer sich selbst einen Mittelalter Umhang nähen möchte, hat viele Möglichkeiten. Ein einfacher Schnitt und ein robustes Material reichen aus, um eine authentische Variante zu erschaffen. Besonders beliebt sind Walkloden oder Wollstoffe, da sie nicht nur warmhalten, sondern auch wetterbeständig sind. Eine gute Wahl sind zudem Stoffe mit Naturfasern, da sie atmungsaktiv und angenehm zu tragen sind. Je nach gewünschtem Stil kann man den Umhang mit Stickereien, Bordüren oder historischen Verschlüssen individualisieren. Online gibt es zahlreiche Schnittmuster und Anleitungen, die auch für Anfänger geeignet sind.
Fazit
Der Mittelalter Umhang ist ein faszinierendes Kleidungsstück mit einer langen Geschichte. Ob als praktischer Begleiter oder stilvolles Accessoire – er bleibt ein Symbol für vergangene Zeiten und beeindruckt bis heute durch seine Vielseitigkeit. Wer sich mit historischer Mode beschäftigt, wird schnell erkennen, wie bedeutend dieser Mantel war – und wie gut er sich auch heute noch in den Alltag oder besondere Anlässe integrieren lässt.